Spiritual Care

In den 1960er-Jahren hat die englische Pionierin der Hospizbewegung, Cicely Saunders, festgestellt, dass Schmerz neben der physischen, psychischen und sozialen immer auch eine spirituelle Dimension hat. Damit trug sie dazu bei, dass Spiritualität – nach langer, naturwissenschaftlich begründeter Absenz – wieder ins öffentliche Gesundheitswesen aufgenommen wurde. Heute ist unumstritten, dass Gesundheit eine spirituelle Dimension hat, der erkrankte Mensch auf seinem Weg der Genesung nebst medizinischer, psychologischer und sozialer auch spirituelle Unterstützung braucht. Seelsorge nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein. Dennoch ist Spiritual Care eine interprofessionelle Aufgabe, die alle helfende und begleitende Berufsgruppen betrifft.

Ein vierköpfiges „Spurteam“ der Sozialdiakonie hat sich nun auf den Weg gemacht, zu erforschen, auf welche Art und Weise Menschen in existenzieller Not spirituell unterstützt werden können. In verschiedenen Diskussionen und Workshops ist klar geworden, dass es nicht darum gehen kann, dem Gegenüber eine passende Lösung zu präsentieren, sondern ein hilfreicher Gefährte zu sein, der den Raum öffnet für ganz individuelle Antworten. Die Ansprüche an den Sozialdiakon, die Sozialdiakonin sind entsprechend hoch, setzen die Wahrnehmung der eigenen Spiritualität voraus und die respektvolle Wertschätzung anderer, abweichender spiritueller Realitäten.

„Seelsorge soll dazu beitragen, dass die Bedeutung der Spiritualität im Gesundheitssystem erkannt wird. Dazu bedarf es eines offenen Verständnisses des Begriffs ‹Spiritualität›, so dass die unterschiedlichen Erfahrungen und Traditionen von Menschen und ihre Haltungen zu Gesundheit und Krankheit darin Platz finden.“
 
(Aus "Leitsätze zur Seelsorge im Kontext von Palliative Care“ der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn).

 

Das Spurteam (v.l.) Pascal Mösli, Petra Wälti, Heidi Kohler, Matthias Hunziker